Ausstellungen
30. 05. 2016

Ausstellung: THE VIEW 2016

THE VIEW Contemporary Art Space präsentiert vom 19. Juni bis 30. September 2016 Werke international renommierter Künstler. Gezeigt werden u. a. «Hallucigenias» von Martin Walde, «Drohne #9» von Björn Schülke, «Ouroboros» von Boris Petrovsky und «Knoten» von Martina Lauinger. 

Die Künstler haben sich von den Räumlichkeiten inspirieren lassen – einerseits, um eine passende Auswahl an Werken zu definieren und andererseits, um eigens für die Räume neue Arbeiten zu konzipieren und zu verwirklichen. Eine Symbiose von Örtlichkeit, Raum und Kunstwerk.


Über die Künstler:

Martin Walde
Björn Schülke
Boris Petrovsky
Martina Lauinger

 

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

BJÖRN SCHÜLKE – Defender, 2016
BJÖRN SCHÜLKE – Defender, 2016
30. 05. 2016

MARTIN WALDE

Seit vielen Jahren sind Martin Waldes künstlerische Unternehmungen geprägt von der Natur, von seiner Neugierde und vom Geheimnisvollen. Mit einem geradezu alchemistischen Interesse seziert er definierte Prozessabläufe von Komponenten, um Elemente darin zu verändern, auszutauschen und um Neues entstehen zu lassen. Martin Walde ist ein Finder und Erfinder von Formen. Seine Objekte aus ungewöhnlichen Materialien, wie gallertartige oder klebrige Substanzen, Styropor, Haare, Düfte oder Plasmalicht, erweitern den traditionellen Skulpturbegriff. Obsession und Transformation sind die Grundlagen seines künstlerischen Anliegens. Martin Walde verwandelt im Diskurs herkömmliche Sichtweisen auf den Gegenstand – sowohl durch comicartig sprechende Zeichnungen als auch durch bewusste Vermeidung von Handlungsanweisungen in seinen skulpturalen Installationen.

Der 1957 in Innsbruck geborene Künstler lebt und arbeitet in Wien. Neben zahlreichen Beteiligungen, wie etwa an der Biennale in Venedig (1986 und 2001), der Istanbul Biennale (1989), der Documenta X in Kassel (1997) wurde und wird sein Werk international in Einzelausstellungen gezeigt.

MARTIN WALDE – Hallucigenia YOGA, 2015
MARTIN WALDE – Hallucigenia YOGA, 2015
30. 05. 2016

BJÖRN SCHÜLKE

Mit spielerischer Leichtigkeit entwickelt Björn Schülke kinetische, interaktive Objekte. Inspiriert von Forschung und Wissenschaft, Maschinen- und Flugzeugbau, Raumfahrt und Bionik, technischem Produkt- und Industriedesign, Architektur und Leichtbaukonstruktion üben sie einen besonderen formal-ästhetischen wie inhaltlichen Reiz aus. Künstlerisch knüpft Björn Schülke an dadaistische Ideen und das kinetische Maschinentheater Jean Tinguelys an. In einem gestalterischen Spannungsfeld zwischen High- und Low-Tech treten seine filigranen, mit Photovoltaik, Motoren, Displays und Kameras ausgestatteten Stand- und Hängeobjekte aus Karbon, Aluminium und Lack nur vermeintlich als verheissungsvolle Errungenschaften einer hochtechnologisierten Welt in Erscheinung. Der Betrachter wird zum Teilhaber und Beobachter von Bewegungs- und Wahrnehmungsvorgängen, über deren Funktion, Sinn und Nutzen er in beunruhigender Ungewissheit bleibt.

Björn Schülke ist 1967 in Köln geboren. Er studierte Foto- und Filmdesign in Bielefeld sowie Multimedia und Performance bei VALIE EXPORT an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Von 1997 bis 2000 war er Forschungskünstler am GMD–Forschungszentrum Informationstechnik GmbH in Sankt Augustin. 2000 gewann er den Amica Special Award an der Biennale Arte Emergente Torino, Italien. 2002 erhielt er den German Video-Installation-Award in Marl. 2010 realisierte Björn Schülke die 8 m hohe kinetische Skulptur «Space Observer» für den San José International Airport USA.

BJÖRN SCHÜLKE – Drohne #9, 2016
BJÖRN SCHÜLKE – Drohne #9, 2016
30. 05. 2016

BORIS PETROVSKY

Boris Petrovsky beschäftigt sich in seiner Arbeit mit den Zusammenhängen von Vorstellungen, Zeichen, Begriffen und Objekten einer hypermedialisierten Welt. Die Untersuchung von Wirklichkeitsmodellen prägt seine Objekte, performativen Installationen, szenischen Konstellationen und kontextuellen Konfigurationen. Über Licht, Sound, Kinetik und Netzverbindungen entwickelten sich Boris Petrovskys Arbeiten zu idiosynkratischen Informations- und Kommunikationsprozessoren. Seine Kunst operiert gattungs- und zustandsübergreifend zwischen Werk, Werkzeug und Rohmaterial, zwischen Chaos, Cluster und Gestalt, zwischen technisierten Allmachtsfantasien, profanem Alltag und feedbackoptimierter Ohnmacht, zwischen Illusion, Manipulation und Konspiration.

Boris Petrovsky, 1967 in Konstanz geboren, lebt und arbeitet seit 2007 wieder in Konstanz. Er studierte Produktdesign und Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Der Künstler wurde 2010 und 2014 beim Prix Ars Electronica und 2012 beim Japan Media Arts Festival in der Kategorie Interaktive Kunst ausgezeichnet.

BORIS PETROVSKY – iSmell, 2015
BORIS PETROVSKY – iSmell, 2015
30. 05. 2016

MARTINA LAUINGER

Seit über zehn Jahren beschäftigt sich Martina Lauinger in ihrem plastischen Schaffen mit vielfältigen Lebensthemen: Geschlechterfragen, soziale Beziehungen, Gentechnik sowie der Dualität von Norm und Abweichung. Das Formenvokabular der Künstlerin ist weitläufig. Verknotet, ineinander verschlungen, verformt, voneinander weg bewegend, tanzend sich windend und verwickelnd präsentieren sich die Eisenplastiken den Betrachtern. Geformt, gebogen und verschweisst erhalten die ursprünglichen Stahlrohre ihre ungewöhnlichen raumgreifenden Gefüge. Das Spannungsverhältnis von Motiv und Bearbeitung, von Wirklichkeit und künstlerischer Komposition kommt in ihren Arbeiten zum Tragen.

Martina Lauinger ist 1962 in Singen geboren. Nach dem Studium der Sozialpädagogik in Freiburg übersiedelte sie 1988 nach Bern, wo sie heute lebt und arbeitet. Ihre autodidaktisch erworbenen Fähigkeiten ergänzte sie durch Kurse an den Schulen für Gestaltung in Zürich und Bern. Seit 1996 prägen zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in der Schweiz und Deutschland ihre freiberufliche Tätigkeit als Eisenplastikerin.

MARTINA LAUINGER – Knoten 168-2-2, 2014
MARTINA LAUINGER – Knoten 168-2-2, 2014